a.l.t.
Dieses schmale Bändchen handelt von einem Mann, dessen Format man wohl eher als “Triple-X-Large” beschreiben würde. André Leon Talley, ein Kind der amerikanischen Südstaaten, macht aus seinem erlesenen Geschmack und seinem eigensinnigen Stil einen Beruf, besser gesagt wird daraus alsbald seine Berufung. Unter der Protektion von Diana Vreeland, die dank der durchlässigen sozialen Strukturen im New York der späten Sechzigerjahre, in denselben Clubs verkehrte wie der junge Mann, wird er der Assistent der legendären Vogue-Chefredakteurin und so etwas wie das Style Faktotum dieser Modebibel. Seine unglaublichen Masse, inspirieren manchen Designer zu exklusiven spezial-Anfertigungen, auch trägt ihm sein traditioneller Bildungshunger und die Liebe zur europäischen Kultur intime Beziehungen ein zu den Menschen in der Mode, deren IQ nicht kurz vor der “Frontrow” endet. Karl Lagerfeld wird Weggefährte und Freund, auch Miuccia Prada, natürlich Oscar de la Renta oder Ralph Lauren - aber auch die Stars von Hollywood lieben seine unterhalsame Art (die sich bis heute in einer brillianten Kolumne in der US Vogue niederschlägt) und seinen exaltierten Geschmack. Natürlich spielt er darüber hinaus eine wichtige Rolle in der “black comunity” und wird nicht zuletzt auch von Michelle Obama geschätzt. Die Geschichte dieses Jungen, der sich eine rosa Tapete für sein Kinderzimmer wünschte - und eine Grossmutter hatte, die das völlig in Ordnung fand, ist auch die Geschichte eines erstaunlichen Aufstiegs innerhalb der amerikanischen Gesellschaft. Spannend zu lesen, sogar für Menschen, die sich nicht wirklich für Mode interessieren.
Leseprobe “a.l.t. - André Leon Talley”, Seite 146/147, doppelklicken sie zur Lektüre

